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Vorstandswahlen bei den Liberalen Senioren

Nach fast genau zwei Jahren konnten die Liberalen Senioren am 30.07.2021 wieder eine Mitglieder-Versammlung durchführen. In seinem Bericht führte der Vorsitzende Manfred Kobusch aus, dass ihm bewusst war, bei Amtsantritt jede Menge Arbeit vorzufinden: der bisherige Vorsitzende war plötzlich verstorben, zwei enge Mitarbeiter hatten viele Aufgaben an sich gezogen, nichts gemacht und waren dann weggezogen, und Geld war auch keines mehr da. Kobusch, der schon in den Neuen Bundesländern einigen Unternehmen beim Aufbau geholfen hatte, scharrte neue Vorstandskollegen um sich herum und fing an, den Verein wieder auf eine solide Basis zu stellen.

Nach dem launigen Bericht über seine Arbeit dankten ihm die Mitglieder für sein Engagement und wählten ihn und alle seine Vorstandskollegen einstimmig für eine weitere Periode. Seine Art der Öffentlichkeitsarbeit mit regelmäßigen Briefen an die Mitglieder zu Zeiten des Lockdowns und neuen LiS-Letter mit zahlreichen Artikeln über das Leben während des Corona-Lockdowns kamen gut an. Als Höhepunkt der Publicity galt jedoch der Auftritt in der ZDF-Satiresendung „heute show“. Besonderes Lob fand die akribische Arbeit der Schriftführerin, Bärbel Dalchow, die alle Personaldaten in mühevoller Kleinarbeit zusammengesucht hatte und die neue Homepage mit aufgebaut hatte. Der Applaus der Mitglieder tat dem einstimmig wiedergewählten Vorstand sichtlich gut.

Aber den Anfang der Veranstaltung machte ein besonderer Gastredner, der FDP-Bundestagskandidat Knut Gerschau. Auf seinem sicheren Listenplatz wird wieder ein Unternehmer in den Bundestag einziehen, der die Sprache der FDP-Mitglieder und der FDP-Wähler spricht. Er betonte, dass eine gute Sozial- und Umweltpolitik nur bei guter Wirtschaftspolitik möglich ist. Neue Technologien sind anderen Parteien suspekt, Linke und Grüne machen den Menschen ein schlechtes Gewissen.

Gerschau schloss mit den Worten: „Die Meinungskultur ist wichtig, die Selbstbestimmung der Menschen muss im Mittelpunkt stehen. Wenn ich nicht seniorenpolitischer Sprecher werden sollte, werde ich mich dennoch besonders gegen die Altersdiskriminierung einsetzen.“ Die Liberalen Senioren werden Knut Gerschau auf allen ihren Veranstaltungen unterstützen und haben ihn bereits für das nächste Jahr wieder eingeladen.

                                                                                                             Manfred Kobusch, Vorsitzender

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Senioren am Steuer
Das NDR – Fernsehen ist zu Gast bei den Liberalen Senioren

Der Auftritt der Liberalen Senioren in der ZDF – Satire „heute show“ war der Anfang. Doch der NDR wollte das Thema „Senioren am Steuer“ seriös aufbereiten und bat deshalb, Gast bei den Liberalen Senioren zu sein. Und so gewährte der Vorsitzende, Manfred Kobusch, dem NDR einen Blick in das Archiv eines Autofans: von der ersten „Spritztour“ als Kind über den Erwerb des ersten eigenen Autos bis zu den Urlaubszielen im europäischen Ausland, daran kann der Zuschauer teilhaben.

Neben der Einleitung zum Schmunzeln wollen die Reporter auch darstellen, wie es ist, wenn ein leidenschaftlicher Autofahrer auf sein Auto verzichten soll und alle seine Wege und Besorgungen mit Bus und Bahn bewältigen soll: „Führerschein gegen Fahrschein“!

Denn im Umland von Hannover, so idyllisch es auch ist, zeigt sich der ÖPNV oftmals unzureichend koordiniert. So wird an einigen Beispielen gezeigt, dass die Fahrpläne zeitlich große Lücken aufweisen, dass die Fahrtzeiten mit dem Bus oft fünfmal länger dauern als mit dem Auto und dass die Übergänge von Bahn zu Bus unglücklich abgestimmt sind.

Am nächsten Tag sind einige Mitglieder der Liberalen Senioren und das NDR – Team zum ADAC – Fahrsicherheitszentrum nach Laatzen gefahren, um ihre Eignung zur Teilnahme am Straßenverkehr unter Beweis zu stellen. Also mussten sie wieder üben: Wie man eine Vollbremsung macht, Slalom fährt, wie man einer plötzlich auftretenden Wasserwand ausweicht und ein schlingerndes Auto wieder stabilisiert.

Die Pressesprecherin des ADAC, Christine Rettig, ließ es sich nicht nehmen, die Position des ADAC dem NDR zu erklären: „Entscheidend für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr ist nicht das Lebensalter, sondern neben dem Gesundheitszustand des Fahrers auch die erworbenen Fahrroutine. Die Gruppe der Älteren zeichnet sich in der Regel durch einen an die Situation angepassten Fahrstil sowie durch vorausschauendes Fahren aus.“ Der ADAC lehnt verpflichtende Fahreignungsprüfungen für Senioren ab, empfiehlt aber freiwillige Untersuchungen des Sehvermögens und der körperlichen Leistungsfähigkeit. Da sind Liberale Senioren und der ADAC einer Meinung.

Darüber hinaus organisieren die Senioren mit dem ADAC FahrFitnessChecks, die eine Rückmeldung zur eigenen Fahrleistung ermöglichen. Denn sie wollen nicht, dass die Senioren Gas und Bremse verwechseln und auf Parkplätzen oder in Waschanlagen Massenkarambolagen verursachen. Der Fernsehbeitrag wird im Oktober zu sehen sein. Wir werden alle Interessenten rechtzeitig zu informieren.

                                                                                                              Manfred Kobusch, Vorsitzender  

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Liberale Senioren warnen vor Betrügern

Oma, rat‘ mal, wer hier spricht … ?

Diese Frage am Telefon ist nicht neu, und es lässt sich damit immer wieder viel Geld einnehmen – auf betrügerische Weise! Zu diesem Thema ist die Polizei mit dem INFOmobil und mehreren Mitarbeitern in alle Ortschaften Isernhagens gekommen, um bei der Bevölkerung Aufklärungsarbeit zu leisten.

Die Kontaktbeamtin, Hauptkommissarin Antje Schneider, vom Kommissariat Großburgwedel hat in Gesprächen die mehr oder weniger zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger auf die Gefahren und Risiken am Telefon, an der Haustür oder unterwegs aufmerksam gemacht. Die Täter sind gut geschulte Personen und mit großem schauspielerischem Talent ausgestattet. Sie treten oftmals als Polizisten oder andere behördliche Amtspersonen auf und erschleichen sich so das Vertrauen der älteren Personen.

Die Opfer haben wegen ihres hohen Alters oftmals nur noch wenig Kontakt zu den Mitmenschen; sie sind froh, wenn sich jemand mit ihnen unterhält. Wenn sie dann auf eine einschmeichelnde Stimme hereinfallen und ihre halbe Lebensgeschichte erzählen, ist es schon zu spät: sie sind das nächste Opfer!

Frau Schneider ermahnt die Senioren: „Lassen Sie keine unbekannte Person in Ihre Wohnung, fallen Sie nicht auf das Vortäuschen einer Notlage oder einer persönlichen Beziehung herein und schließen Sie an der Haustür keine Verträge ab.“ Letztere können übrigens innerhalb von 14 Tagen schriftlich gekündigt werden.

Während früher plumpe Räubereien wie Handtaschenraub nach Kleingeldwechsel oder Taschendiebstahl an belebten, unübersichtlichen Orten vorherrschten, sind die Täter heute viel raffinierter geworden. Sie nutzen die Möglichkeiten des Internet. Frau Schneider ruft deshalb alle Nutzer dazu auf, misstrauisch zu sein: „Die Gefahren lauern bei scheinbar harmlosen Downloads oder auf infizierten Internetseiten.“ 

Ein weiteres Anliegen der Kontaktbeamtin sind die neuen weißen Dienstausweise der Polizei (kein grün mehr!), die durch diverse Hologramme in hohem Maße fälschungssicher sind. Zum Schluss ermuntert Frau Schneider die Bewohner: “Wenn Ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt, verständigen Sie die Polizei. Sollten Sie Opfer einer Straftat geworden sein, bleiben Sie aus Scham nicht tatenlos zuhause, sondern erstatten Sie so schnell wie möglich Anzeige“.

Manfred Kobusch von den Liberalen Senioren rät allen Bewohnern zur „Neighbourhood Watch“, eine gesunde Neugier in der Nachbarschaft, die Verbrechen verhindern kann.

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Johanniter im Isernhagenhof

Mit der zunehmenden Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte wird der Test auf SARS-CoV-2  immer wichtiger. Manfred Kobusch von den Liberalen Senioren wollte einen größeren Einkauf machen, doch das ging nicht ohne ein negatives Antigen Testergebnis. So beschloss er, einen Termin beim nahegelegenen Testzentrum zu machen. „Ich war erfreut, dass im Isernhagenhof die Johanniter-Unfall-Hilfe das Testzentrum betreibt. Das ist der Verein, in dem ich seit langem Fördermitglied bin.“  Nach dem Test beschloss er, sich um ein Pressegespräch zu bemühen.  

Von der Pressesprecherin, Bettina Martin, erfuhr Kobusch, „dass die Johanniter zum einen in mobilen Teams bei der Abstrichnahme in mehreren Einrichtungen und Unternehmen unterstützen, zum anderen sich als Partner der Stadt Langenhagen und der Gemeinde Isernhagen in den dortigen Testzentren engagieren“. Die Terminvergabe läuft jeweils bei der Gemeindeverwaltung über ein Online-Buchungstool. Die Termine seien so getaktet, dass ein Team bestehend aus zwei Helfenden die Testungen vornehmen kann und dabei keine Warteschlangen entstehen, die das Risiko einer Infektion erhöhen. Davon konnten sich Kobusch und seine Frau bei ihrem Besuch eindrucksvoll überzeugen.

Wichtig sei es, dass die Menschen, die sich auf SARS-CoV-2 testen lassen möchten, keine Symptome einer COVID-Erkrankung aufweisen. Frau Martin weist daraufhin: „In diesen Fällen muss die Hausarztpraxis kontaktiert werden.“ Außerdem bittet sie die Bürgerinnen und Bürger, pünktlich zur gebuchten Zeit zu erscheinen, sodass sich nicht zu viele Menschen zeitgleich im Zentrum aufhalten. 400 Tests in der Woche bzw. 20 Tests pro Stunde sind möglich. „Glücklicherweise kommt es selten vor, dass Termine nicht wahrgenommen werden“ ergänzt Frau Martin.

Die Menschen, die sich testen lassen, haben meist einen konkreten Grund für den Test, sei es der Friseurbesuch, ein Einkauf mit „call & meet“ oder einen Restaurantbesuch, wo ein negativer Schnelltest Zugangsvoraussetzung ist. Probleme mit den Räumlichkeiten in der Gemeinde gebe es nicht, sagte Frau Martin: „Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung funktioniert gut, die Johanniter finden stets ein offenes Ohr.“

Zu einigen Fragen mochte die Pressesprecherin keine Aussagen machen, z.B. nach der Impfsituation, doch gibt es immer noch einen großen Teil älterer Menschen, die noch nicht geimpft sind oder sich nicht impfen lassen wollen. Wie soll man diese erreichen, räumlich und mental? Schließlich ist das Impfen für die Gesundheit der gesamten Bevölkerung wichtig! Was Manfred Kobusch von den Liberalen Senioren bewegt: „Wie kann die Zahl der Impfverweigerer und der sog. Querdenker verringert werden?“ Wer Impfung verweigert, gefährdet potenziell auch andere. Die radikalen Impfgegner sind nur eine Minderheit, aber sie haben Einfluss über Falschmeldungen und Verschwörungstheorien. Vielleicht wird die Herdenimmunität doch irgendwann erreicht – was dann auch den Impfgegnern zugute käme. Denn irgendwann möchten sich alle wieder ohne Einschränkungen frei bewegen können.                                                                                                   

Aktienrente statt Riesterrente

Auf ihrer letzten virtuellen Vorstandssitzung haben sich die Liberalen Senioren Gedanken gemacht zum Thema „Zukunft der Rente“. Da viele der Mitglieder bereits Rentenbezüge erhalten und einige bei der Deutschen Renten Versicherung gearbeitet haben, konnten sie   wertvolle Beiträge zum Thema liefern. Im Wesentlichen haben sie über den neuen Vorschlag der FDP gesprochen: die „gesetzliche Aktienrente“, die kürzlich vom rentenpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion, Johannes Vogel, vorgestellt wurde.

Die herkömmlichen Rentenrezepte reichen angesichts der Alterung der Bevölkerung nicht mehr aus. Manfred Kobusch bringt es auf den Punkt. „Die Riesterrente kann durch die Vertriebsabzocke der Drückerkolonnen bei Wissenschaft und Verbraucherschutz als durchgefallen gelten. Unsere Fachleute haben bestätigt, dass die Ausweitung der Versicherungspflicht auf andere Berufsgruppen oder durch höhere Zuschüsse für die Rentenkasse nur Scheinlösungen darstellen.“

Nach den Worten von Johannes Vogel ist der Handlungsdruck beträchtlich, weil durch die rückabgewickelten Reformen der 2000er Jahre und spätere Wahlgeschenke durch CDU und SPD die Fundamente der Rentenversicherung untergraben sind. Die Senioren loben den Vorschlag, dass die Bürger, wie in Schweden, von der Produktivität erfolgreicher Unternehmen profitieren sollen. Für diese Aktienrente sollen künftig 2 % des Bruttoeinkommens statt in die Rentenversicherung in die Aktienrente eingezahlt werden.

Den Liberalen Senioren ist klar, dass man dazu etablierte Denkschablonen verlassen muss.    In dem FDP-Papier fordert Vogel Mut für neues Denken: „Das verbliebene Zeitfenster ist die nächste Legislaturperiode, bevor die Babyboomer in Rente gehen.“  Vorbild ist Schweden, das Ende der 90er Jahre einen Fonds einführte. Der inzwischen größte europäische Fonds legt 100 % des Anlagekapitals in Aktien an. Erst in den Jahren unmittelbar vor Renteneintritt werden die Guthaben der Bürger schrittweise in anderen, zweiten Topf mit risikoärmeren Anlagen umgeschichtet, damit kurzfristige Kursschwankungen nicht zu Lasten Rentenansprüche gehen.

Kobusch findet einen weiteren Gesichtspunkt erwähnenswert: „Durch dieses Modell erwerben gerade Geringverdiener Eigentum und profitieren überproportional.“

Um letzte Zweifel an diesem Konzept zu beseitigen, wurde der Bochumer Finanzwissenschaftler Martin Werding mit der Überprüfung beauftragt. Wenn die Ergebnisse vorliegen, werden sie bei den Liberalen Senioren erneut diskutiert. Wir werden darüber berichten.   

                                                                                                          Manfred Kobusch, Vorsitzender

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Jetzt sind wir bundesweit bekannt!

 Der Zeitungsartikel zu dem Thema „Fahrschein gegen Führerschein – nicht mit uns!“ hatte es in die bundesweiten Publikationen geschafft, sodass die Redakteure des ZDF auf ihn aufmerksam wurden. Sie haben mich angerufen und mich um ein Interview gebeten für die „heute show“, dem Satiremagazin des ZDF. Ich habe ohne zu zögern zugesagt und nach wenigen Tagen kam das Team der Produktionsfirma angereist. An der Marienkirche in K.B. hatte ich zuvor ein passendes Ensemble von Gebäuden mit pittoreskem Ambiente gefunden, wo gedreht werden konnte und wir unsere Autos werbewirksam präsentieren konnten.

Die Vorbereitungen waren durch ständige Wetterwechsel, Glockengeläut und Passanten sehr aufwendig und zeitraubend, zumal die Temperaturen von 2 bis 4 ° C es allen Beteiligten nicht leicht machten. Damit Licht und Ton stimmten, wurde dem Regisseur einiges abverlangt. Als alles stimmig war, konnte der Reporter seine provozierenden Fragen den vier anwesenden Liberalen Senioren stellen, die dann mehr oder weniger ernsthaft bis satirisch beantwortet wurden. Reporter und Interviewpartner haben sich kongenial ergänzt.                                                               

Im fertigen Filmbetrag konnte man dann auch die Gruppe sehen, die alles ins Rollen gebracht hatte: die jugendlichen Politiker von „Pimp your town“. Ich hatte den Eindruck, sie konnten mit den provozierenden Fragen des Reporters nicht so viel anfangen, und sie haben uns Senioren nicht wirklich ernst genommen und nicht versucht, sich in unsere Situation hineinzuversetzen.

Die letzte Szene war eine Idee, die ich schon in meinem Zeitungsartikel beschrieben hatte. Also bin ich mit zwei gut gefüllten Einkauftüten und einer Großpackung Toilettenpapier in Altwarmbüchen in die Straßenbahn gestiegen. Ich ging schon gebückt und mit schlurfendem Gang zum Waggon, als mich der Reporter bat, ihm meinen Autoschlüssel zu geben, den brauche ich ja nun nicht mehr. Wehmütig gab ich den Schlüssel ab, und ich schickte einen letzten Wunsch gen Himmel: „Oh, Lord, won’t you buy me a Mercedes-Benz!“

Dieses war in der Tat der letzte Song von Janis Joplin – drei Tage später lebte sie nicht mehr. Damit steht fest: Für uns, die im ländlichen Raum leben, ist der Tausch keine Option. Wir Liberale Senioren lassen uns unsere Auto-Mobilität / Bewegungsfreiheit nicht nehmen.

                                                                                                             Manfred Kobusch, Vorsitzender

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Immer die Radfahrer ! 

Dieses Filmlustspiel mit Heinz Erhardt aus den 60er Jahren habe ich damals im Kino mit Vergnügen gesehen. In dieser Epoche lag meine Schulzeit, und ich musste das Fahrrad immer benutzen, ob Sommer oder Winter, in Regen, Sturm oder Schnee. Schulbusse oder den ÖPNV gab es bei uns noch nicht. Damals hat sich bei mir ein siebter Sinn für die Gefahren des Straßenverkehrs entwickelt, eine Sensibilität, die den heutigen Radfahrer anscheinend fehlt.
Wenn ich heute mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs bin, fällt mir oftmals auf, wie rücksichtslos, ja verkehrsgefährdend manche Radfahrer sich im Straßenverkehr verhalten. Sie fahren auf Radwegen in der verkehrten Richtung, geben beim Abbiegen keine Handzeichen, schauen sich dabei auch nicht um. Sogar auf Gehwegen fahren sie oftmals zu schnell und klingeln dabei Fußgänger zur Seite.
Radfahrer fühlen sich oftmals wie die moralischen Könige des Straßenverkehrs und verhalten sich entsprechend, ihre Fahrräder stoßen keine CO2-Emissionen aus, deshalb meinen sie, sie tun mehr für die Umwelt als andere Verkehrsteilnehmer.
Wenn wir in der Zeitung lesen, dass wieder ein Radfahrer beim Abbiegen von einem Auto erfasst worden ist und dabei getötet wurde, ist das ein bewegendes Schicksal. Diese Situation zu erleben, wünschen wir niemandem. Dabei würde umsichtiges Fahren aller Verkehrsteilnehmer und mehr Sensibilität für Gefahrensituationen die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und Unfälle dieser Art vermeiden. 
Wenn Autofahrer manchmal die Radfahrer, die auf der Straße fahren, anhupen, sind sie meistens im Recht: Radfahrer müssen die Wege mit dem „blauen Schild“ grundsätzlich benutzen, auch wenn der Weg uneben ist oder durch Wurzelaufbrüche holprig wurde. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde Isernhagen ein Fahrradkonzept entwickeln lassen und es der Öffentlichkeit vorgestellt. Dann werden die Wege immer komfortabler zu befahren sein. Die Realisierung wird Jahre dauern. Es wäre schön, wenn ich sie noch erleben würde!
Manfred Kobusch, Vorsitzender
                                                                                                                                                                    
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Sinkende Löhne, konstante Renten

So kommen die Rentner gut durch die Corona-Krise. Auf Grund des Rentenrechts kann den Rentnern nicht viel mehr passieren als eine Nullrunde. Darauf müssen sich die Rentner einstellen, denn durch Kurzarbeit sind die Löhne in diesem Jahr stark geschrumpft. Dank der guten Kontakte der Liberalen Senioren zur Deutschen Rentenversicherung können wir heute schon von einer Vorausberechnung berichten, die eine Rentenerhöhung in 2022 von knapp 5 % prognostiziert.

Eigentlich hätten die Renten in 2021 durch die millionenfache Kurzarbeit um 4 % sinken müssen, aber seit der Finanzkrise 2009 verhindert die Rentengarantie eine Reduzierung der Renten. Auch eine verminderte Rentenerhöhung im Folgejahr 2022 zum Ausgleich der unterbliebenen Kürzung im Vorjahr bleibt den Rentnern dieses Mal erspart. Das geht auf eine Sonderregel zurück, die Union und SPD wegen der Krise beschlossen haben.

Weil sich die Rentenkasse nun schneller entleert als geplant, muss der Beitragssatz früher erhöht werden. Zum 1. Januar 2023 müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den höheren Satz von 19,3 % hälftig tragen. Die derzeit noch üppige Finanzreserve der Rentenkasse von rund 36 Mrd. Euro wird wegen der wachsenden Lücke wischen Einnahmen und Ausgaben nur noch bis 2022 ausreichen; vor einem Jahr hätte sie noch bis 2024 gereicht.

Gerecht verteilt werden die finanziellen Lasten der Pandemie zwischen den Generationen damit nicht. Dass sich die Position der Rentner in Relation zu den Beschäftigten verbessert, zeigt auch die zu erwartende Entwicklung des Rentenniveaus. Sie setzt die Rente ehemaliger Durchschnittsrentner ins Verhältnis zum jeweils aktuellen Durchschnittslohn. Von bisher 48,2 % steigt das Rentenniveau demnach 2021 auf 49,8 % und bis 2023 sogar auf 51 %. Die Regierung hatte eigentlich ein sinkendes Rentenniveau erwartet und daher 2018 eine Haltelinie in Höhe von 48 % beschlossen. Diese Sonderregel bleibt nun bedeutungslos.

Noch besser als die Rentner im Westen haben es die Rentner im Osten. Die Deutsche Rentenversicherung hat errechnet, dass durch die Ost-West-Angleichung der Renten die Steigerungen im Osten bis 2024 um einen drei viertel Prozentpunkt höher ausfallen. So können die Rentner beruhigt auf das Weihnachtsfest schauen.

                                 Manfred Kobusch, Vorsitzender mit Ost-Erfahrung

 

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Fahrschein gegen Führerschein –

Nicht mit uns !

Bus und Bahn statt Auto – das will die Region Hannover den Senioren schmackhaft machen. Dieses Thema hatten wir schon vor einem Jahr im Regionsvorstand der FDP diskutiert, es war damals ein Vorschlag der JuLis. Die Liberalen Senioren haben ihn mehrheitlich abgelehnt. Heute ist es wieder ein Vorschlag von Jugendlichen, diesmal vom Politikprojekt „Pimp your town“, und jetzt machten CDU und SPD daraus einen Antrag in der Region. Wer als Rentner seinen Führerschein abgibt, erhält ab 2021 eine für ein Jahr gültige Seniorennetzkarte für Üstra und Regiobus. Was für ein Tausch!? Was haben die Jugendlichen gegen die ältere Generation? Denken sie, die Senioren beherrschen das Autofahren nicht mehr? Wer möchte, kann am Fahrsicherheitstrainings teilnehmen, das wir mit dem ADAC anbieten.

Kürzlich stand ich mittags in Großburgwedel und wollte mit dem Bus nach Neuwarmbüchen zurückfahren. Da musste ich feststellen, dass ich zur Mittagszeit zwei Stunden auf den nächsten Bus warten musste. Auf ein Taxi hätte ich mehr als eine halbe Stunde warten müssen. Mit dem eigenen Auto dauert die Fahrt 10 Minuten, und das trotz Tempo 30, die Geschwindigkeit, die jetzt überall präferiert wird.

An der Endhaltestelle in Altwarmbüchen fährt mittags der Bus nur stündlich. Dort kann ich mir die Wartezeit mit ein paar Drinks im nahen Kiosk vertreiben. Beispiele dieser Art gibt es bestimmt in allen Gegenden der Region.

Warum CDU und SPD dieses Thema bereitwillig aufgegriffen haben, ist doch klar: Nach Ende der Berufstätigkeit steigen die Menschen häufiger ins Auto, weil das tägliche Pendeln mit Bus und Bahn zur Arbeitsstelle entfällt. Und diesen Trend will die Region umkehren, damit nicht noch mehr Fahrgäste dem ÖPNV abhandenkommen.

Die Region sollte aber auch bedenken, dass die Landbevölkerung ihre Einkäufe oft in der nächsten Ortschaft erledigen muss. Wenn ich dann mit drei Einkaufstüten und zwei Großpackungen Toilettenpapier in den vollbesetzten Bus einsteige, bin ich dort ein gerne gesehener Fahrgast, besonders bei Regenwetter, von meiner Mühsal ganz zu schweigen.

Wie froh war ich doch, als sie vor vielen Jahren mein erstes eigenes Auto bekam. Ich waren unabhängig vom ÖPNV, konnte zu jeder Tages- und Nachtzeit fahren und außerdem ansteckungsfrei zur Arbeit kommen. Und jetzt wollen SPD und CDU mir diese Vorzüge wieder nehmen? Nie und nimmer!

                                                                                                             Manfred Kobusch, Vorsitzender

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Ich wär‘ so gerne Millionär, dann wär‘ mein Konto niemals leer.

Ein Bericht von der Landesarmutskonferenz

Diese Liedzeile von den Prinzen ging mir durch den Kopf, als Klaus-Dieter Gleitze von der Landesarmutskonferenz (LAK)
seinen Vortrag bei den Liberalen Senioren begann. 1,3 Mio. Personen erreichen in Deutschland den Status eines Vermögensmillionärs.
Der Anteil der armen Bevölkerung beträgt hingegen 13 Mio.; ich bin leider nicht darunter. Als arm gilt, wer unter 60 % des mittleren Einkommens
(Median) liegt. Das sind für einen Alleinstehenden 1.080 EURO. Hierbei handelt es sich um eine relative Armut.

Durch die Gentrifizierung in den Großstädten muss oft mehr als 50 % des Einkommens für die Miete bezahlt werden.
Deshalb fordert die LAK, dass der Staat über die Wohnraumbewirtschaftung den sozial Schwachen bezahlbaren Wohnraum
zur Verfügung stellen sollte. Und hier begann eine lebhafte Diskussion zwischen dem Referenten und dem Publikum.

Der armen Bevölkerung bleibt die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben meistens verwehrt.  „Die Tafeln (1000 in Niedersachsen) können
die große Nachfrage kaum befriedigen“ hebt Gleitze hervor, „besonders mit der Corona-Pandemie steigt die Zahl der
Bedürftigen.“ Darüber hinaus fordert die LAK kostenlose Bildung für alle, denn arme Familien sind von der Pandemie besonders betroffen.
Homeschooling wird schwierig, wenn kein Geld vorhanden ist, dann gibt es für die Kinder kein WLAN und kein Tablet. Deshalb muss man
bei der Bildung möglichst früh ansetzen, damit Armut sich nicht vererbt.

Kontrovers wurde auch über die Verteilung von Vermögen und Einkommen diskutiert, Tatsache aber ist, dass die Schere bei den Vermögen
von arm und reich durch die Wertsteigerung von Immobilien und Aktien weiter auseinander geht, die Schere bei den Einkommen unter
Berücksichtigung der zahlreichen Transvers-Leistungen zusammengeht.

Die Senioren interessierte besonders die Entwicklung der Renten und des Renten-Eintrittsalters. Rente ab 60 ist nicht mehr finanzierbar,
arbeiten bis 70 wird kommen, denn die Lebenserwartung steigt auf über 80 Jahre.

Kinderarmut, Rentenniveau, Steuern, hier konnten nur einige Aspekte der Armut angerissen werden, zur Armutsbekämpfung waren die
Vorstellung sehr kontrovers. Für die Zuhörer waren die Ausführungen von Gleitze dennoch so interessant, dass er noch einmal kommen soll. 

Zum Schluss muss ich wieder an die Prinzen denken: Bin vor Kummer schon halb krank, vielleicht knack‘ ich eine Bank.

                                                                                                                                                                                     Manfred Kobusch, Vorsitzender

                                                                                                             

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Waldökologie und Waldökonomie

Anlässlich unserer Mitglieder-Versammlung Mitte März hat der Staatssekretär a.D., Dr. Christian Eberl, einen Gastvortrag gehalten zum Thema „Der Einfluss des Klimawandels auf den aktuellen Waldzustand in Nordwestdeutschland und künftige Maßnahmen für den Erhalt von stabilen Waldökosystemen“.

Dr. Eberl war Staatssekretär unter Hans-Heinrich Sander im Umweltministerium und wurde kürzlich von Frau Otte-Kienast, Ministerin für Landwirtschaft und Forsten, in den Waldbeirat berufen. Er ist nicht der einsame Rufer im Walde, sondern gehört zu 13 Organisationen, die die Ministerin bei ihren Maßnahmen beraten, die aufgrund der außergewöhnlichen Lage nötig wurden. Wassermangel, Sonne und Schädlinge sowie später auftretende Nässe und Sturm verursachten in Niedersachsen Waldschäden in nie gekanntem Ausmaß. Waren zunächst nur Fichtenwälder im Mittelgebirge betroffen, verschlechterte sich der Zustand inzwischen auch in den Kiefern-, Buchen- und Eichenwäldern. Das fortdauernd sehr warme und trockene Wetter führte zu 10.000 Hektar baumloser Fläche und vielen Millionen abgestorbener Bäume.                                                                            

Dr. Eberl weiß, wovon er spricht, denn er ist Politiker, Wissenschaftler und Waldbesitzer.  Klimaveränderungen lassen sich über längere Zeitreihen weitgehend gesichert darstellen und prognostizieren. Aktuelle Witterungsereignisse in Verbindung mit den langfristigen Trends führen in ersten Regionen zu massivem Waldverlusten. Durch große Mengen von Schadholz ist der Holzmarkt zusammengebrochen.

Für den zukünftigen Waldaufbau und die Zusammensetzung der Baumarten lassen sich keine gesicherten Prognosen erstellen. Unter dem Gedanken der wirtschaftlichen Aufforstung gibt es Überlegungen, die Douglasie, kein heimischer Baum, auf Grund ihrer Robustheit und großen Anpassungsfähigkeit anzupflanzen. Bei Aufforstung muss immerhin in Zeiträumen von 50 – 60 Jahren gedacht werden. Dr. Eberl resümierte, das sei für Forstbetriebe eine schwierige Situation, denn in den betroffenen Regionen sind die bereits jetzt eingetretenen Schäden eine existenzielle Gefährdung.

                                                                                                              Manfred Kobusch, Vorsitzender