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Fragen an Grigorios Aggelidis aus der Region Hannover für seine Kandidatur zum Deutschen Bundestag:

1.      Bitte geben Sie uns einige kurze Informationen zu Ihrer Person? Insbesondere ist Ihr beruflicher Hintergrund von Interesse sowie seit wann sind Sie Mitglied der FDP sind und welchen Bereichen Sie bisher politisch besonders engagiert waren.

 

55 Jahre, Unternehmer, Abitur in Hannover (Lutherschule); Ausbildung Dresdner Bank; Anschließend 20 Jahre im Dresdner Bank Konzern und bei der Credit Suisse Deutschland tätig; seit 2008 Mitinhaber einer unabhängigen Vermögensverwaltung in Hamburg

Mitglied der FDP seit 2012, seit 2017 Mitglied der Liberalen Senioren. Seit über 20 Jahren in verschiedenen Vereinen und Organisationen ehrenamtlich engagiert. Seit 2017 Abgeordneter des Deutschen Bundestages. Dort familien- und seniorenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Berichterstatter für das bürgerschaftliche Engagement und Ehrenamt.

Seit 2019 Vorsitzender des Bundesfachausschuss Familie, Senioren, Frauen und Jugend zudem Mitglied im Landesfachausschuss Soziales und Umwelt in Niedersachsen.

2.      Persönliche Selbstbestimmung ist ein Leitziel des Liberalismus. Dies ist auch altersunabhängig zu sehen, woraus sich die Ablehnung jedweder Form von Altersdiskriminierung ergibt. Formen derartiger Diskriminierung sind auch feste Altersgrenzen bei der Besetzung öffentlicher Ämter, in der Rentenpolitik oder bei Berufszulassungen. Auch das Lebensalter als alleiniges Kriterium für verpflichtende Überprüfungen hinsichtlich von kognitiven oder technischen Fähigkeiten ist eine solche Diskriminierung. Werden Sie sich für den Abbau bestehender Formen von Diskriminierung und gegen neue derartige Diskriminierungen einsetzen?

 

Ich sehe auch die späte Lebensphase als Zeit voller Chancen und Möglichkeiten. Ziel muss daher sein, bis ins hohe Alter selbstständig und selbstbestimmt leben zu können. Deshalb setze ich mich besonders dafür ein, das Umfeld dafür zu schaffen, das ältere Menschen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Dazu zählt etwa auch die Abschaffung starrer Altersgrenzen. Für mich ist es nicht hinnehmbar, dass etwa das Amt des Schöffen in einigen Bundesländern immer noch an eine Höchstaltersgrenze gekoppelt ist. Für die Selbstbestimmung älterer Menschen sehe ich mich als aktive Kraft in der liberalen Familie und engagiere mich in den letzten Jahren leidenschaftlich dafür. Um diesen Standpunkt auch innerhalb der FDP-Bundestagfraktion zu verfestigen habe ich bereits Ende 2019 das Positionspapier „Selbstbestimmt ein Leben lang – Freiheit kennt kein Alter“ eingebracht, das von der Fraktion einstimmig beschlossen wurde. Auch habe ich mit den Liberalen Senioren Niedersachsen einen Antrag zur Überprüfung von gesetzliche Altersgrenzen wegen möglicher Diskriminierung innerhalb des Bundesfachausschusses Familie erarbeitet und beim 71. Bundesparteitag der FDP eingebracht. Es ist geplant den Inhalt des Antrags sowohl von der Bundestagsfraktion beschließen zu lassen, sowie in das Bundestagswahlprogramm der FDP zu übernehmen.

 

3.      Mandate und Öffentliche Ämter sollten so besetzt werden, dass möglichst viele gesellschaftliche Gruppierungen sich repräsentiert fühlen. Daher fordern die Liberalen Senioren Ausgewogenheit bei der Besetzung politischer Ämter und auch von Listenplätzen, sodass ein möglich breites Spektrum nach Alter, Geschlecht, Berufszugehörigkeit etc. abgebildet wird.  Welche Meinung haben Sie zu diesem Thema?

Für mich ist die Ausgewogenheit und Vielfalt unserer Gesellschaft eine der größten Vorteile, die wir haben. Genau deswegen sehe ich es als selbstverständlich an, diese Vielfalt auch in den politischen Ämtern und entscheidenden Gremien wiederzufinden. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, ein Umfeld zu schaffen, damit alle sozialen und kulturellen Gruppen aber auch die verschiedenen Altersstufen und Geschlechter einen fairen Zugang dazu erhalten und sich entsprechend einbringen können. Ich setzte mich seit 2017 auch als Mitglied der Liberalen Senioren für die Erwartungen und Standpunkte der älteren Generation ein. Dadurch verstehe ich mich auch als Stimme der älteren Generation in der tagespolitischen Bundespolitik. Dafür stehe ich etwa zur Abstimmung zu zahlreichen Themen regelmäßig mit Gremien wie dem Landesseniorenrat und Wohlfahrtsverbänden in Kontakt.

 

4.      Trotz der wachsenden digitalen Entwicklung wollen viele Menschen auf ein Mindestmaß an „Analogität“ (zum Beispiel ein gedrucktes Buch, Arbeit mit Papier, Bargeld etc.) nicht völlig verzichten. Daher fordern wir die FDP auf auch in Zukunft beiden gerecht zu werden. Wie sehen Sie unsere Forderung nach Beibehaltung von „etwas „Analogität in der digitalen Welt“?

Ich denke, dass es wichtig ist beide Seiten in der Entwicklung zu bewahren, damit allen Menschen ein einfacher Zugang zur Teilhabe und auch Bildung jenseits eines digitalen Zuganges möglich bleibt. Dafür gilt es die Lebensrealitäten aller Menschen zu berücksichtigen und zu achten. Gleichzeitig sollten wir den Wunsch vieler älterer unterstützen, sich durch digital unterstütze Möglichkeiten weiter zu entwickeln und ihnen somit mehr Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen.

 

5.      In Deutschland leben über 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Der demografische Wandel, aber auch eine gute medizinische Versorgung führen dazu, dass die Zahl der älteren Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen wird. In diesem Zusammenhang wird wahrscheinlich auch die Zahl der Demenzerkrankungen steigen. Aus diesem Grund unterstützen wir als Liberale Senioren im Grundsatz die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung, fordern aber die Umsetzung konsequent und ausschließlich an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten, die Strukturen in den stationären Alten- und Pflegeheimen noch stärker als bislang auf die Betroffenen auszurichten, eine verbesserte psychologische Begleitung der Angehörigen sowie eine verständliche und übersichtliche Kommunikation der staatlichen Hilfsangebote. Wie stehen Sie zu diesen Forderungen?

 

Die Ziele der nationalen Demenzstrategie sind wichtige Wegmarken für eine bessere Situation der Betroffenen und Angehörigen und daher finden sie auch meine Unterstützung. Ich sehe allerdings auch noch den Bedarf an einer entsprechenden Strategie gegen Einsamkeit und für mehr Teilhabe und Selbstbestimmung auch im hohen Alter. Der demografische Wandel wird viele Bereiche deutlicher in den Fokus setzen. Dies müssen wir selbstverständlich bereits jetzt bei unserem politischen Handeln bedenken. Auch sehe ich einen weiteren Unterstützungsbedarf bei den ambulanten Angeboten und auch bei den Angeboten für noch zuhause lebende Senioren. Wer es möchte, sollte so lange wir möglich in seinem gewohnten Lebensumfeld bleiben können. Teil dieser Strategie müssen deshalb auch die Unterstützung für pflegende Angehörige sowie die Entlastung des Ehrenamts sein.

 

 

6.      Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Änderungen/Reformen, die Sie aufgrund der Demographie in Deutschland unmittelbar angehen bzw. Umsetzen würden?

 

Die Politik sollte nicht nur Feuerwehr sein, sondern auch vorhersehbare Entwicklungen wie den demographischen Wandel bereits frühzeitig berücksichtigen, damit die gesamte Gesellschaft dies nicht als Last, sondern als gemeinschaftliche Chance wahrnehmen kann. Dazu bedarf es aus meiner Sicht dringend einer Reform der Alterssicherung, wie sie die FDP-Bundestagsfraktion aktuell vorgeschlagen hat. Aber auch eine deutlichere Verbesserung und Aufwertung der privaten und betrieblichen Altersversorgung gehört dazu, worüber ich mich mit den liberalen Senioren aus Hannover bereits intensiv ausgetauscht habe. Auch die Stärkung des Ehrenamtes braucht eine größere politische Unterstützung, da sie ein wichtiger Eckpfeiler in der generationsübergreifenden Teilhabe ist. Auch sollten aktuelle Entwicklungen bei Unterstützungssystemen für das seniorengerechte Wohnen besser und einfacher finanziell gefördert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Ausbau der sozialen Infrastruktur vor Ort, wie beispielsweise Mehrgenerationenhäuser und Angebote mit ähnlicher Ausrichtung.

 

7.      Warum sollten die Liberalen Senioren Ihre Kandidatur unterstützen?

Auch in Zukunft werde ich mich mit aller Kraft für die Belange älterer Menschen einsetzen und mich für ihr selbstbestimmtes und würdiges Leben stark machen. Zu meinen politischen Schwerpunkten zählen zudem eine nachhaltige Wirtschaftspolitik, soziale Marktwirtschaft, Bürokratieabbau, Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechten sowie die Themen Integration/Migration/Aufstieg. Auch die Zukunft eines freiheitlichen, bürgernahen Europas und eine generationengerechte Politik mit Blick auf unsere Kinder und Enkelkinder liegen mir besonders am Herzen.

 

Wieking

Fragen an Katharina Wieking aus der Stadt  Hannover für ihre Kandidatur zum Deutschen Bundestag:

1.       Bitte geben Sie uns einige kurze Informationen zu Ihrer Person? Insbesondere ist Ihr beruflicher Hintergrund von Interesse sowie seit wann sind Sie Mitglied der FDP sind und welchen Bereichen Sie bisher politisch besonders engagiert waren.

Beruflich: Nach dem Abschluss meiner Ausbildung als Bankkauffrau bei der Sparkasse Hannover habe ich meinen Bachelor in Sozial- und Organisationspädagogik absolviert. Momentan befinde ich mich im letzten Mastersemester Bildungswissenschaften und arbeite Teilzeit für die FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag als Referentin. FDP: In die FDP bin ich vor der Bundestagswahl 2017 eingetreten, bei den darauf folgenden Wahlkämpfen Bund/Land/Europa) habe ich aktiv mitgewirkt. Seit 2018 bin ich Beisitzerin im Vorstand des FDP Stadtverbandes und Beisitzerin im Vorstand der FDP Südstadt-Bult und seit 2019 Beisitzerin im Regionsvorstand der FDP Region Hannover. Seit 2018 vertrete ich die FDP Region Hannover als Landesparteitagsdelegierte. Ein persönliches Anliegen ist es, Menschen an Politik teilhaben zu lassen und ihnen so zu ermöglichen aktive Gestalter ihres eigenen Lebens zu werden. Dies war auch einer der Grunde, warum ich in die FDP eingetreten bin. Junge Liberale: Den Jungen Liberalen bin ich nach meinem Eintritt in die FDP beigetreten, 2017 bin ich als Schatzmeister in den Kreisvorstand gewählt worden, seit 2018 bin ich die Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen Region Hannover. Von 2017 bis 2020 war ich Landesgeschäftsführerin der Jungen Liberalen Niedersachsen und konnte so spannende Einblicke in die Verbandsarbeit und die Zusammenarbeit mit der FDP erhalten.

2.       Persönliche Selbstbestimmung ist ein Leitziel des Liberalismus. Dies ist auch altersunabhängig zu sehen, woraus sich die Ablehnung jedweder Form von Altersdiskriminierung ergibt. Formen derartiger Diskriminierung sind auch feste Altersgrenzen bei der Besetzung öffentlicher Ämter, in der Rentenpolitik oder bei Berufszulassungen. Auch das Lebensalters als alleiniges Kriterium für verpflichtende Überprüfungen hinsichtlich von kognitiven oder technischen Fähigkeiten ist eine solche Diskriminierung. Werden Sie sich für den Abbau bestehender Formen von Diskriminierung und gegen neue derartige Diskriminierungen einsetzen?

Diskriminierung aufgrund des Alters kann junge sowie ältere Menschen betreffen. In Niedersachsen darf man beispielsweise erst ab dem 23. Lebensjahr als Hauptverwaltungsbeamter kandidieren. Mit bereits 18 Jahren kann man ein Unternehmen gründen, kann als Abgeordneter auf Landes- und Bundesebene kandidieren oder Minister werden. Wofür dieses Untergrenze bei Hauptverwaltungsbeamten resultiert, ist für mich nicht erkennbar. Ich befürworte zudem ein flexibles Renteneinstiegsalter, denn starre Altersgrenzen für den Renteneintritt werden den vielfältigen Lebensentwürfen nicht mehr gerecht. Ab 60 Jahren sollten die Menschen entscheiden dürfen, zu welchem Zeitpunkt sie ihren Renteneintritt beginnen. Ob mit 63, 65 oder gar erst mit 70 Jahren ihre Rente beginnen, diese Entscheidung sollten sie selbst treffen (die Rentenhöhe sollte sich dementsprechend am Eintrittsalter orientieren). Jegliche Diskriminierung, egal ob beispielsweise aufgrund von Hautfarbe, Alter, geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung lehne ich entschieden ab.

3.       Mandate und Öffentliche Ämter sollten so besetzt werden, dass möglichst viele gesellschaftliche Gruppierungen sich repräsentiert fühlen. Daher fordern die Liberalen Senioren Ausgewogenheit bei der Besetzung politischer Ämter und auch von Listenplätzen, sodass ein möglich breites Spektrum nach Alter, Geschlecht, Berufszugehörigkeit etc. abgebildet wird. Welche Meinung haben Sie zu diesem Thema? Unsere Gesellschaft lebt von Vielfalt, die sich auch bei Mandaten und öffentlichen Ämtern widerspiegeln sollte.

Um diese Vielfalt darzustellen, halte ich eine Quotierung allerdings für das falsche Instrument. Vielmehr sollten Menschen gezielt unterstützt und empowert werden, ihren Weg zu gehen. Damit sich Vielfalt auf unseren Wahllisten wiederspiegelt, sollten wir zunächst in unserer Mitgliedschaft Bedingungen für eine Kultur des Miteinanders zu schaffen, damit sich alle unabhängig vom Alter, Geschlecht oder der Berufszugehörigkeit bestmöglich einbringen können. Langjährige und auch neue Mitglieder sollten hier ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit einbringen und gemeinsam arbeiten.

4.       Trotz der wachsenden digitalen Entwicklung wollen viele Menschen auf ein Mindestmaß an „Analogität“ (zum Beispiel ein gedrucktes Buch, Arbeit mit Papier, Bargeld etc.) nicht völlig verzichten. Daher fordern wir die FDP auf auch in Zukunft beiden gerecht zu werden. Wie sehen Sie unsere Forderung nach Beibehaltung von „etwas „Analogität in der digitalen Welt“?

Digitalisierung ermöglicht uns Wachstum und Wohlstand, denn Digitalisierung bedeutet nicht analoge Prozesse eins zu eins digital abzubilden, sondern eben diese Prozesse neu zu denken, neu zu gestalten und oft auch zu verschlanken. Digitalisierung geht im Idealfall mit dem Abbau von Bürokratie einher. Bei der digitalen Entwicklung ist es wichtig, die betroffenen Gruppen mit einzubinden, damit Prozesse aber auch Homepages so barrierearm wie möglich gestaltet werden. Die digitale Entwicklung kann nur gemeinsam mit den Menschen geschehen und ist kein Selbstzweck. Unterstützung wie Einführungskurse für Menschen, die bisher noch keine Berührungspunkte mit digitalen Endgeräten (egal ob Tablet, Laptop, Handy oder Smartphone) hatten können helfen Berührungsängste abzubauen und für eine verbesserte gesellschaftliche Teilhabe sorgen.

5.       In Deutschland leben über 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Der demografische Wandel, aber auch eine gute medizinische Versorgung führen dazu, dass die Zahl der älteren Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen wird. In diesem Zusammenhang wird wahrscheinlich auch die Zahl der Demenzerkrankungen steigen. Aus diesem Grund unterstützen wir als Liberale Senioren im Grundsatz die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung, fordern aber die Umsetzung konsequent und ausschließlich an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten, die Strukturen in den stationären Alten- und Pflegeheimen noch stärker als bislang auf die Betroffenen auszurichten, eine verbesserte psychologische Begleitung der Angehörigen sowie eine verständliche und übersichtliche Kommunikation der staatlichen Hilfsangebote. Wie stehen Sie zu diesen Forderungen?

Meiner Ansicht nach stehen Ihre Forderungen im Einklang mit dem von mir geteilten Ziel der Strategie die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern und ein offenes Klima für den Umgang mit der Erkrankung zu schaffen und ich kann Ihnen versichern, dass ich jede Initiative unterstützen werde hilft diese Ziele zu erreichen.

6.       Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Änderungen/Reformen, die Sie aufgrund der Demographie in Deutschland unmittelbar angehen bzw. Umsetzen würden?

Die demografische Entwicklung wird die Gesellschaft in den kommenden Jahren vor einige Herausforderungen stellen. Der steigenden Anzahl Menschen, die eine Rente beziehen steht eine immer geringer werdende Anzahl an Beitragszahlenden gegenüber. Wir brauen endlich eine Reform der gesetzlichen Rente, sowie eine Stärkung der privaten Altersvorsorge, egal ob Kapitalgebunden oder durch den Erwerb von Eigenheim. Wir stehen seit einigen Jahren vor einem großen Mangel an Fachkräften, der in einigen Jahren durch eine Pensionierungswelle noch verstärkt wird. Wir müssen die berufliche Bildung und die betriebliche Ausbildung massiv stärken sowie die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Aufnahme eines Studiums nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist. Auch die gezielte Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland kann hierfür hilfreich sein. Den Alten- und Pflegeeinrichtungen aber auch der ambulanten Pflege kommt aufgrund des demografischen Wandels eine immer größere Bedeutung zu. Im Pflegebereich herrscht ein enorme Personalnot, durch immer größer werdende Dokumentationspflichten verbringen Pflegende immer mehr Zeit im Büro als an der zu pflegenden Person. Digitalisierung und Bürokratieabbau können den Arbeitsalltag der Pflegenden aber auch der Angehörigen erleichtern, dürfen natürlich aber auch nicht zur Abnahme der Qualität in der Pflege führen.

7.       Warum sollten die Liberalen Senioren Ihre Kandidatur unterstützen?

Ich möchte, dass unsere liberalen Ideen noch mehr Menschen als bisher erreichen. Wir haben als FDP innovative Ideen für die Herausforderungen, die in unserer Welt bestehen und können uns so vom politischen Mitbewerber absetzen. Die aktuelle pandemische Lange stellt uns im aktiven Wahlkampf vor große Herausforderungen, denen ich gerne mit einer Mischung aus Wahlkampfständen, Präsenzterminen aber auch einem starken Socialmedia-Auftritt sowie innovativen Ansätzen begegnen möchte. Ich hoffe, dass wir auf diese Weise gemeinsam junge und alte Bürgerinnen und Bürger davon überzeugen zu können, ihr Kreuz bei der FDP zu machen und freue mich über jede Unterstützung. 

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Fragen an Knut Gerschau aus der Stadt Hannover für seine Kandidatur zum Deutschen Bundestag:

1.       Bitte geben Sie uns einige kurze Informationen zu Ihrer Person? Insbesondere ist Ihr beruflicher Hintergrund von Interesse sowie seit wann sind Sie Mitglied der FDP sind und welchen Bereichen Sie bisher politisch besonders engagiert waren.

Knut Gerschau: Beruflich: Ich habe eine Werbeagentur mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter drei Auszubildenden. Sie ist spezialisiert auf Vertriebsmarketing. Unsere Stärke sind Beratungen zur Digitalisierung und Online-Marketing. Zur FDP: Ich bin seit 40 Jahren Mitglied der FDP (damals noch F.D.P.). In der FDP war ich früher bereits im Kreisvorstand als auch im Bezirksvorstand, Delegierter auf Landes- und Bundesparteitagen und ich habe kommunalpolitische Erfahrungen als Bezirksratsherr. Bereiche, in denen ich politisch besonders engagiert bin: Mir ist die politische Bildungsarbeit sehr wichtig. Daher sitze ich im Kuratorium der Rudolf-von-Bennigsen-Stiftung. Und ich stehe für eine liberale Wirtschaftspolitik. Ich bin seit über zehn Jahren im Vorstand des Liberalen Mittelstandes Niedersachsens und war dort auch Landesvorsitzender.

2.       Persönliche Selbstbestimmung ist ein Leitziel des Liberalismus. Dies ist auch altersunabhängig zu sehen, woraus sich die Ablehnung jedweder Form von Altersdiskriminierung ergibt. Formen derartiger Diskriminierung sind auch feste Altersgrenzen bei der Besetzung öffentlicher Ämter, in der Rentenpolitik oder bei Berufszulassungen. Auch das Lebensalters als alleiniges Kriterium für verpflichtende Überprüfungen hinsichtlich von kognitiven oder technischen Fähigkeiten ist eine solche Diskriminierung. Werden Sie sich für den Abbau bestehender Formen von Diskriminierung und gegen neue derartige Diskriminierungen einsetzen?

Knut Gerschau: Ich lehne entschieden jedwede Form von Altersdiskriminierung ab. Gerade auch feste Altersgrenzen bei der Besetzung öffentlicher Ämter, in der Rentenpolitik oder bei Berufszulassungen sind entschieden abzulehnen. Ich fordere einen flexiblen Renteneintritt, nicht nur aufgrund des demografischen Wandels sondern vor allem auch aus der tiefen Überzeugung, dass hier persönliche Selbstbestimmung herrschen muss.

3.       Mandate und Öffentliche Ämter sollten so besetzt werden, dass möglichst viele gesellschaftliche Gruppierungen sich repräsentiert fühlen. Daher fordern die Liberalen Senioren Ausgewogenheit bei der Besetzung politischer Ämter und auch von Listenplätzen, sodass ein möglich breites Spektrum nach Alter, Geschlecht, Berufszugehörigkeit etc. abgebildet wird. Welche Meinung haben Sie zu diesem Thema?

Knut Gerschau: Ich glaube, dass die FDP sehr genau auf eine Ausgewogenheit bei der Besetzung politische Ämter und auch von Listenplätzen achtet und dadurch ein möglich breites Spektrum nach Alter, Geschlecht und Berufszugehörigkeit abgebildet wird. Allerdings habe ich den Eindruck, dass zu stark auf regionale Interessen geachtet wird.

4.       Trotz der wachsenden digitalen Entwicklung wollen viele Menschen auf ein Mindestmaß an „Analogität“ (zum Beispiel ein gedrucktes Buch, Arbeit mit Papier, Bargeld etc.) nicht völlig verzichten. Daher fordern wir die FDP auf auch in Zukunft beiden gerecht zu werden. Wie sehen Sie unsere Forderung nach Beibehaltung von „etwas „Analogität in der digitalen Welt“?

Knut Gerschau: Es geht nicht um die Beibehaltung von „etwas“ Analogität. Es geht mir auch nicht um „analog versus digital“. Bei allen Vorteilen, die die Digitalisierung mit sich bringt, ist es wichtig in ihr aber nicht ein Allheilmittel zu sehen. Dieses bedeutet, wir würden den nach wie vor entscheidenden Faktor vernachlässigen: den Menschen. Ziel muss es sein, die Digitalisierung im Einvernehmen mit den Menschen voranzutreiben. Und dabei ist es sehr wichtig, dass viele Formen der Analogität, zum Beispiel das gedruckte Buch, Arbeit mit Papier und Bargeld nicht nur überleben sondern bewusst beibehalten werden können. Zum Bargeld: Bargeld ist ein Teil unserer Freiheit. Es ermöglicht uns, zum Beispiel ohne staatliche Kontrolle und Überwachung Geld aufzubewahren, Geschäfte ohne Bankgebühren abzuschließen und erfüllt eine wertvolle Aufgabe bei der Erziehung unserer Kinder.

5.       In Deutschland leben über 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Der demografische Wandel, aber auch eine gute medizinische Versorgung führen dazu, dass die Zahl der älteren Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren voraussichtlich zunehmen wird. In diesem Zusammenhang wird wahrscheinlich auch die Zahl der Demenzerkrankungen steigen. Aus diesem Grund unterstützen wir als Liberale Senioren im Grundsatz die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung, fordern aber die Umsetzung konsequent und ausschließlich an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten, die Strukturen in den stationären Alten- und Pflegeheimen noch stärker als bislang auf die Betroffenen auszurichten, eine verbesserte psychologische Begleitung der Angehörigen sowie eine verständliche und übersichtliche Kommunikation der staatlichen Hilfsangebote. Wie stehen Sie zu diesen Forderungen?

Knut Gerschau: Ich kenne die Nationale Demenzstrategie noch nicht (genug). Da muss ich mich erst mehr informieren. Aber es hört sich sehr vernünftig an, Umsetzungen konsequent und ausschließlich an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten. Auch die weiteren Forderungen der Liberalen Senioren hören sich vernünftig an. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass diese Forderungen auch von der Kostenseite her überschaubar bleiben.

6.       Gibt es aus Ihrer Sicht weitere Änderungen/Reformen, die Sie aufgrund der Demographie in Deutschland unmittelbar angehen bzw. Umsetzen würden?

Knut Gerschau: Es gibt drei Bereiche, in denen aufgrund der Demografie Änderungen/Reformen notwendig sind: Die Familienförderung, etwa durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Stärkung der sozialen Sicherungssysteme und die Bekämpfung des Fachkräftemangels zum Beispiel durch einen flexiblen Renteneintritt aber auch weitere Zuwanderung.

7.       Warum sollten die Liberalen Senioren Ihre Kandidatur unterstützen?

Knut Gerschau: Ich hoffe, meine Antworten zu den Punkten 1 bis 7 führen dazu, dass die Liberalen Senioren meine Kandidatur unterstützen. Ich verspreche einen intensiven und innovativen Wahlkampf und freue mich auch auf persönliche Unterstützung.